Leon ist genervt! Seine Mutter hat ihn zum Tanzkurs angemeldet, einfach so. Das gehöre zum Erwachsenwerden dazu, meinte sie. Und er kennt sie, sie wird nicht locker lassen, obwohl er von Flehen bis Drohen schon alles probiert hat, weil er auf so einen Kurs überhaupt keine Lust hat. Wieso bloß soll er Tanzen lernen? Das ist doch nur was für Mädchen…
Als er klein war, haben sie ihn zum Schwimmkurs geschickt, weil er einfach Angst vor tiefem Wasser hatte und nicht schwimmen wollte. Das kann er heute verstehen, schließlich rettet diese Fähigkeit in bestimmten Situationen das Leben! Aber ein Tanzkurs? Die Eltern von Christian sind da viel moderner, findet Leon. Sie überlassen einfach Christian die Entscheidung, ob er einen Tanzkurs machen will.
Ganz sicher soll niemand zum Tanzkurs gezwungen werden – aber so wie bei Leon und Christian laufen die Überlegungen zu diesem Thema in vielen Familien.
Im Schwimmkurs lernt man Schwimmen, im Tanzkurs lernt man Tanzen – oder? Leon`s Mama meinte: „Das gehört zum Erwachsenwerden dazu.“ Ist da vielleicht doch was Wahres dran und, steckt in so einem Kurs etwa noch viel mehr drin, als das Erlernen diverser Tänze und Schrittfolgen?
In der heutigen Zeit, die von Computer, Handy und Co. dominiert wird und nachweislich die sportlich-koordinativen Fähigkeiten Jugendlicher immer schlechter entwickelt sind, ist es ganz besonders der persönliche Umgang mit dem realen Gegenüber, der immer schwieriger wird. Wie einfach ist es doch, per Mausklick seine Meinung, gerne auch anonym, zu verbreiten und wie schwierig fällt doch manchem Jugendlichen die Kommunikation von Angesicht zu Angesicht. Small Talk machen, auf Andere zugehen, wissen wie man sich verhält, besonders außerhalb der eigenen Clique – oftmals Fehlanzeige.
Allerorts wird zunehmend der Werteverfall in unserer Gesellschaft beklagt. Werte, die wichtig sind, die es den Jugendlichen erleichtern in Gesellschaft und später im Berufsleben zu bestehen – man wird ja schließlich auch älter und das Leben nicht einfacher. Selbstverständlich ist es Eltern in der Kindererziehung wichtig diese Werte vorzuleben, und wie schwierig ist dies gerade in der Pubertät, wo sich Jugendliche besonders von den Eltern abgrenzen wollen. In dieser schwierigen Entwicklungsphase ist es umso wichtiger, dass es außerhalb des Elternhauses eine Institution wie die Tanzschule gibt, die es schafft soziale Kompetenzen, die so entscheidend für das gesamte Leben des Jugendlichen sind, in moderner Form zu transportieren und für den Jugendlichen unter seinesgleichen so ganz nebenbei erleb- und erlernbar zu machen.
Seit 2009 läuft das erfolgreiche Projektangebot „Tanzrausch statt Vollrausch“, das unter der Schirmherrschaft der Bundesregierung Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren in besonderer Weise in einer schwierigen Entwicklungsphase fördert. Aufgrund dieser Schirmherrschaft ist es Schulen nicht nur erlaubt mit der ortsansässigen ADTV-Tanzschule zusammenzuarbeiten, sie werden von staatlicher Seite dazu ermutigt, die Tanzschule als kompetenten Partner für klassisch-moderne Wertevermittlung in ihren Lehrauftrag mit einzubeziehen.

Wir freuen uns ganz besonders, dass wir dieses Projekt seit April diesen Jahres sehr erfolgreich mit Eltern und Schülern des Gymnasiums in Remchingen umsetzen.
Ein Schwimmkurs rettet das Leben in einer ganz bestimmten Situation, ein Tanzkurs kann Dir jeden Tag „das Leben retten“, ein ganzes Leben lang.